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Sonntagmorgen im
März
Ich liebe diese Stunde
am Sonntagmorgen, wenn die Welt um mich herum noch im sonntäglichen
Schlummer liegt. Kein Telefonklingeln reißt mich aus meinen
Gedankengängen, niemand ruft meinen Namen, selbst der Hund scheint
noch nicht ganz wach zu sein. Er beobachtet wie ich den Kachelofen
anheize, blinzelt mich aus seinem Körbchen heraus an, kuschelt sich
dann erneut ein und schläft schnaufend weiter.
Kaffeeduft zieht durchs Haus und ich genieße das Alleinsein......
barfuss durch die Räume gehen, mit verschränkten Beinen auf dem
Tisch sitzen und aus dem Fenster schauen, den großen Kaffeepot aus
Gmundner Keramik, das gut behütete Erbstück meiner Großmutter, in
den Händen.
Die Sonne schiebt sich langsam um die Hausecke. Die Buchsbäumchen
vor dem großen Blumenfenster sind noch vom Tau überdeckt und glänzen
grün in ihren ersten Strahlen. Das Amselpärchen in Nachbar´s
Apfelbaum ist auch schon wach und Herr Amsel zeigt den vorwitzigen
Meisen lautstark sein Revier an.
Das Efeu an der Terrassenwand sieht noch recht zerrupft aus, nach
diesem fünfmonatigem Winter. Jetzt aber drehen sich die Blätter der
Morgensonne zu.
Ich schließe die Augen, drehe mein Gesicht ebenfalls in die
Sonnenstrahlen und plötzlich weiß ich es ganz genau: der Frühling
hat uns nicht vergessen !
©Pia Widera
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